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Geschäftsjahresabschluss 2018 der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal

15.02.2019 | ZPR News

Neuer Umsatzrekord im thüringischen Zellstoffwerk.

Allgemeine Informationen zum Unternehmen:

Die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH (kurz: Rosenthal) im thüringischen Blankenstein an der Grenze zu Bayern hat ein weiteres Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Gegründet 1882, war sie während der DDR-Zeit ein volkseigener Betrieb und wurde nach der deutschen Wiedervereinigung 1994 vom nordamerikanischen Konzern Mercer International übernommen. Unter diesem Eigentümer, der seiner Tochtergesellschaft seit 25 Jahren die Treue hält, hat sich Rosenthal in den vergangenen 25 Jahren zu einem modernen und weltweit agierenden Unternehmen entwickelt.
Hauptprodukt von Rosenthal ist Zellstoff, die Vorstufe der Papiererzeugung. Der Großteil der Kunden stammt aus Deutschland; mehr als 85 % des Zellstoffes werden per Bahn transportiert.
Weiterhin betreibt Rosenthal Thüringens größtes Biomassekraftwerk mit 413 MW thermischer und 57 MW elektrischer Leistung. Als Nebenprodukt fällt Tallöl an, das aus der im Produktionsprozess anfallenden Seife erzeugt wird.

 

Rückblick 2018

 

Umsatz:

Im Geschäftsjahr 2018 konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden und lag bei TEUR 254.468 (Vorjahr: TEUR 228.284). Der Anstieg von 11 % ist im Wesentlichen preisbedingt in Folge der hohen Nachfrage am Markt.

Aufgliederung des Umsatzes nach Produkten:

Summe254.468 TEURVorjahr:228.284 TEUR
Zellstoff235.524 TEURVorjahr:199.866 TEUR
Strom14.439 TEURVorjahr:15.136 TEUR
Tallöl1.195 TEURVorjahr:15.136 TEUR
Holz700 TEURVorjahr:8.540 TEUR
Sonstiges2.610 TEURVorjahr:2.722 TEUR

 

Produktion und Absatz:

Produziert wurden 351.566 Tonnen Zellstoff (Vorjahr: 361.309 t) und abgesetzt 341.922 t (Vorjahr 359.332 t).Der Biostromverkauf lag bei 157.977 MWh, eine Reduzierung zum Vorjahr, in dem es 166.093 Me-gawattstunden gewesen waren. Der Verkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen könnte eine Stadt mit 50.000 3-Personen-Haushalten versorgen. Der Strom wird aus den Holzbestandteilen er-zeugt, die nicht zu Zellstoff werden.
Die Tallölproduktion betrug 2.802 Tonnen im Vergleich zum Budget von 4.520 Tonnen. Der lang anhaltende trockene Sommer und der damit einhergehend hohe Trockengehalt des Holzes führte dazu, dass der zur Tallölproduktion benötigte Rohstoff Seife nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stand. 
Tallöl wird im Zellstoff-Herstellungsprozess aus den Harz- und Fettsäuren des Holzes gewonnen und stellt einen Rohstoff für die chemische Industrie dar, der im Gegensatz zu Erdöl basierten Erzeugnissen nachhaltig produziert wird.

 

Personal/Tarifvertrag:

Viel getan hat sich im Personalbereich. Gab es in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 50 Personalbewegungen pro Jahr, so stieg die Zahl im abgelaufenen Geschäftsjahr auf knapp 100 an. In 2018 gingen 16 Mitarbeiter in den Ruhestand, ein Mitarbeiter verstarb und 4 schieden durch Kündigung oder Aufhebung der Arbeitsverträge aus. 6 befristete Arbeitsverhältnisse endeten im Geschäftsjahr. 38 Mitarbeiter wurden neu eingestellt. 6 Auszubildende schlossen ihre Ausbildung erfolgreich ab, 1 Ausbildungsvertrag wurde aufgelöst. 5 Auszubildende wurden eingestellt und ein Trainee absolvierte sein Praktikum im Geschäftsjahr.
Der Personalstand zum Jahresende lag bei 370 Mitarbeitern, davon 4 befristet, und 12 Auszubildenden.
Am 01.08.2018 wurden die Löhne und Gehälter um 1,2 % gemäß Haustarifvertrag mit der Gewerkschaft IG Bergbau-Chemie-Energie erhöht. 

 

Investitionen: 

Für Investitionen wurden im Geschäftsjahr etwa EUR 17 Mio. (Vorjahr EUR 16 Mio.) aufgewendet. Die größte Einzelmaßnahme dient der Kapazitätssteigerung in der Faserlinie und der Umweltentlastung durch Reduzierung der Abwasserlast. Insgesamt wurden hierfür EUR 11 Mio. in 2017 und 2018 aufgewendet, davon EUR 9,3 Mio. in 2018. 

 

Öffentlichkeitsarbeit:

Museumseröffnung:
Nach umfangreichen Bauarbeiten wurde das Museum „Rennsteig und Mee(h)r“, das in enger Kooperation zwischen der Gemeinde Blankenstein und Rosenthal entstanden ist, am 18.08.2018 unter Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow feierlich eröffnet.
Bereits im Jahr 2008 wurde in dem altehrwürdigen Gebäude, das früher Fabriklagerhalle war und ab 1922 die Post des Unternehmens und der Gemeinde beherbergte, ein kleines Werksmuseum eingerichtet. Heute finden wir ein modernes Museum vor, das in den kommenden Jahren kontinuierlich erweitert wird. Seit 09.09.2018 ist das Museum offiziell von Dienstag – Samstag, 13:00 – 17:00 Uhr geöffnet.


Neuer Markenauftritt (Re-Branding):
In den letzten Jahren ist Mercer kontinuierlich gewachsen und neue Unternehmen sind hinzugekommen. Allein in unserer Region beschäftigt MERCER mittlerweile insgesamt mehr als 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (hierzu gehören die Zellstofffabrik Mercer Rosenthal, das Sägewerk Mercer Timber Products und die Holzeinkaufsorganisation Mercer Holz). Jedes Unternehmen besaß historisch bedingt sein eigenes Logo, so dass im Mercer-Konzern eine Vielzahl von Firmen-Logos existierte. Auch die Namen der Unternehmen waren nicht einheitlich. Für Außenstehende war nur schwer erkennbar, dass diese Unternehmen zu einem gemeinsamen Konzern gehören. Mit dem Ziel, den Markenauftritt von Mercer zu modernisieren und zu harmonisieren, wurde ein einheitliches Erscheinungsbild geschaffen. Damit verdeutlicht Mercer seine wirtschaftliche Stärke und bekräftigt sein langfristiges Engagement in seinen Werken in Kanada und in Deutschland.

 

Rosenthal tritt seit dem „Re-Branding“ Anfang 2018 unter folgender Marke auf:

Übrigens: Ausgesprochen wird MERCER nicht so: „MERKER“, sondern so: „MÖRSSER“. [ˈMəː(r)sə(r)]

 

Vorschau auf 2019

 

Die Personalbeschaffung und -entwicklung gewinnt aufgrund des Generationswechsels zunehmend an Bedeutung. Die Personalplanung von Rosenthal erstreckt sich über einen Zeithorizont von 5 Jahren und berücksichtigt Einarbeitungsphasen für jeden einzelnen Arbeitsplatz.  Für die Qualifikation unserer Mitarbeiter/innen steht ein umfangreiches Weiterbildungsangebot zur Verfügung. Durch die Präsentation auf Messen und die Teilnahme an Informationsveranstaltungen bei Bildungsträgern wollen wir Auszubildende für unser Unternehmen gewinnen.
Eine Chance sehen wir im Ausbau der Infrastruktur. Die Wiederinbetriebnahme der Bahnverbindung zwischen Blankenstein (Gemeinde Rosenthal am Rennsteig/Thüringen) und Marxgrün (Bay-ern) wäre eine Chance, Transportmengen von der Straße auf die Schiene zu bringen und somit der Verknappung des Transportraums zu begegnen.