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Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal weiht Rundholzannahme per Bahn ein

Feierliche Einweihung der neuen Rundholzannahme bei der ZPR
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nimmt die Rundholzannahme bei der ZPR in Blankenstein offiziell in Betrieb

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nimmt die Rundholzannahme bei der ZPR in Blankenstein offiziell in Betrieb

07.04.2017 | ZPR News

Insgesamt hat die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal (ZPR) zirka 8,5 Millionen Euro in das Projekt der Rundholzannahme per Bahn investiert. Nach einem mehrjährigen Prozess, der 2013 mit der Idee entstand, diese zweite Rundholzannahme in der Nähe der Hackerei zu errichten, erfolgte am Freitag, 07.04.2017, nach einer Bauzeit von einem Jahr, die offizielle Inbetriebnahme durch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in Anwesenheit von ca. 80 geladenen Gästen.

Werkleiter Dr. Christian Sörgel eröffnete die Einweihungsfeier. In seiner Rede beschrieb dieser den strategischen Hintergrund der komplexen Investitionsmaßnahme. Für die Zukunft ist die Sicherstellung der Rohstoffversorgung für das Werk von essentieller Bedeutung. So stellt bereits die Auslieferung des produzierten Zellstoffes mit einem Anteil von 90 % per Schiene eine effektive und wirtschaftlich effiziente Logistik dar. Parallel dazu wäre es positiv, perspektivisch die gleichen Entwicklungen bei der Rohstoffversorgung zu erzielen. Dem klaren Ziel, mehr Transportvolumen auf die Schiene zu verlagern, ist bereits durch die Anschaffung einer neuen Lok und dem Ausbau der Waggonentladung Rechnung getragen worden. Das bedeutet jedoch auch, fortan den Erhalt und Ausbau der Bahnstrecken in Richtung Norden, wie auch die wesentlich besser geeignete Anbindung in Richtung Bayern zu forcieren. Der Ausbau/Lückenschluss in Richtung Süden begünstigt sowohl die Rohstoffanlieferung als auch den Transport des Fertigerzeugnisses, da ein Großteil der Kunden in südlicher Richtung angesiedelt ist. Mit dem neuen Holzterminal und dessen Potential, effizient Rohstoff per Schiene anliefern lassen zu können, wurde seitens ZPR ein wesentlicher Schritt für den direkten Zugang per Schiene realisiert.

Ramelow stellte in seiner Ansprache das Unternehmen Zellstoff Rosenthal als wichtigen Motor und Treiber der Region heraus, welches die größte Menge an Biostrom im Freistaat Thüringen generiert. Auch im Beitrag des Ministerpräsidenten fand die effiziente Gestaltung der Güterlogistik und speziell die Forderung des Gleisausbaus auf direktem Weg in Richtung Süden Berücksichtigung. An eben dieser Stelle könne sich die Region mit dem thüringisch/bayerischen Gemeinschaftsprojekt entwickeln, um nicht nur für den Güterverkehr einen entscheidenden Vorteil zu erhalten. Auch aus der Sicht des Tourismus würden neue Perspektiven erschlossen. Beispielsweise wäre mit dem die kürzeste Verbindung von Erfurt bis Prag über diese Strecke möglich. Er wünsche sich, dass an der Selbitzmündung endlich auch die deutsche Einheit vollzogen und die Bahnlinie nach Bayern wieder aufgebaut werde, damit Blankenstein aus beiden Richtungen erreichbar sei. Ramelow fragte in die Runde der geladenen oberfränkischen Gäste, ob denn dies für die Hofer Region "nicht auch wichtig" sei. Die thüringischen Staatsforsten könnten alleine den Holzbedarf des Werkes nicht decken, deshalb kauft Rosenthal Holz weit im Süden. Die Lastwagen mit dem Holz vom Lagerplatz in Asch, wo der Bahntransport aus Süden ende, rollten schließlich auch über oberfränkische Straßen. Die ZPR wolle Straßenverkehr in nennenswerter auf die Schiene bringen. Er mahnte, dass hier Regionen nicht enden, sondern als Einheit zu sehen seien. Er sei bereits in Gesprächen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer wegen der Bahnlinie durchs Höllental. Er wünsche sich den Wiederaufbau der Bahnverbindung nach Hof, sagte Ramelow: "Deshalb sprechen wir miteinander und hoffen, dass dieses fehlende Stück deutsche Einheit verwirklicht werden kann."